Rotlichtbestrahlung hilft Patienten mit allergischem Schnupfen

Allergischer Schnupfen steht bei den häufigsten chronischen Erkrankungen, die erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten haben, weltweit an sechster Stelle. Allergischer Schnupfen tritt vornehmlich durch Allergien auf Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben ein. Kontakt zu Parfüm und Abgasen wirken sich zusätzlich verstärkend aus.

Chronische Krankheit verursacht hohe Kosten

Die aktuellen Kosten von allergischem Schnupfen sind schwindelerregend, wie eine Studie aus Taiwan belegt. Sie liegen schätzungsweise jährlich bei 5.6 Milliarden Dollar, die für medizinische Kosten und weitere indirekte Kosten aufgewendet werden müssen.

Allergischer Schnupfen ist eine IgE – vermittelte Entzündung, deren Symptome vermutlich durch verstärkte Gefäßdurchlässigkeit zustande kommen. Allgemein bekannte Behandlungsoptionen wie Vermeidung des Allergens, Medikamente und Immuntherapie sind eher unbefriedigend. Viele Patienten sind dauerhaft geschwächt und auch in ihrem Alltag und Beruf nicht voll leistungsfähig.

Einfaches Mittel, große Wirkung

Zwei Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten die Wirkung von Rotlichtbestrahlung auf allergischen Schnupfen und erlangten bemerkenswerte Erkenntnisse. Infrarotlicht besteht aus unsichtbaren elektromagnetische Wellen, die eine Wellenlänge besitzen, die länger als sichtbares Licht sind. Rotlichtbestrahlung wurde früher genutzt, um die Blutzirkulation bei Gefäßerkrankungen zu verbessern.

Ziel der taiwanesischen Studie war es, die klinische Wirkung von Infrarotlicht-Therapie bei 31 Patienten mit allergischer Rhinitis zu bewerten. Es wurde eine Rotlichtlampe aus 30 cm Entfernung auf das Gesicht und speziell auf die Nasenregion der Patienten gerichtet. Diese Behandlung wurde über einen Zeitraum von einer Woche täglich durchgeführt, mit einer jeweils 40minütigen Bestrahlungszeit am Morgen. Die Studienteilnehmer mussten ihre Symptome vor Studienbeginn und während des Behandlungszeitraumes aufzeichnen.

Jedes Symptom wurde auf einer Vierpunkte Skala je nach Symptomschwere einklassifiziert. Während des Behandlungszeitraumes mit Rotlicht besserten sich die Symptome wie Augenjucken, Nasenjucken, verstopfte Nase, Schnupfen und Niesen bei den Studienteilnehmern signifikant. Die mit allergischem Schnupfen meist einhergehende Beeinträchtigung des Riechvermögens verbesserte sich jedoch erst nach der letzten Anwendung. Es wurden keine Nebenwirkungen bei den Patienten festgestellt, auch nach dem Behandlungszeitraum nicht. Das Wissenschaftlerteam schloss aus seinen Beobachtungen, dass Rotlichtbehandlung die Symptomatik von allergischem Schnupfen erheblich bessern kann und vielleicht eine neuartige Behandlungsmöglichkeit darstellt, um allergischen Schnupfen zu behandeln.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN- Chemical Sensitivity Network, März 2008

Literatur:

Hu KH, Li WT., Clinical effects of far-infrared therapy in patients with allergic rhinitis, Department of Biomedical Engineering, Chung-Yuan Christian University, Chung-Li, 32023 Taiwan, ROC., Conf Proc IEEE Eng Med Biol Soc. 2007;2007:1479-82


6 Kommentare zu “Rotlichtbestrahlung hilft Patienten mit allergischem Schnupfen”

  1. Molly 16. März 2008 um 23:57

    Einfache Hausmittel wirken oft besser als die chemische Keule, wie dieses Beispiel bestens belegt. Das altbewährte Wissen gelangt zunehmend in Vergessenheit, da in unserem Zeitalter die chemischen Medikamente den Vorrang haben. Leider sind die synthetische Wirkstoffe oftmals mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden und deren Wirksamkeit ist nicht immer eindeutig belegt. Unabhängige Studien sind selten, da die Pharmakonzerne Studien über ihre Produkte meistens in Eingenregie durchführen.

    Hausmittel überzeugen häufig mit großer Wirksamkeit. Schade dass sich die Leute nicht nachhaltig mit dem altbewährten Wissen befassen und lieber der chemischen Keule vertrauen.

  2. X-Faktor 18. März 2008 um 20:59

    In Deutschland kommen nur Studienergebinsse über synthetische Medikamente an die Öffentichkeit. Studien über wirksame Hausmittel, wie hier aus Taiwan, würde man bei uns nicht publizieren. Meldungen in diese Richtung könnten den Umsatz der Pharmagiganten schmälern. An solchen Meldungen ist in Deutschland niemand wirklich interessiert.

  3. Anke 19. März 2008 um 17:16

    Ich kann die Ausführungen des Berichts nur bestätigen. Habe immer gute Erfolge mit Rotlichtbehandlung bei Erkältungen erziehlt. Im Gegensatz zu mancher chemischen Keule, die ich verschrieben bekam und mir meist keine Linderung verschaffte, ich mir damit vielfach unerwünschte Nebenwirkungen einhandelte.

    Ich schwöre auf Hausmittel, die Begleiterscheinungen sind minimiert und helfen tun sie auch.

  4. Joachim 12. April 2008 um 16:37

    Ich bin immer dafür erst einmal ein einfaches Mittel zu probieren. Diese helfen oft sogar besser gegen vielerlei Beschwerden als die chemische Keule. Im Alltag bekommen wir ungewollt „genug“ Chemie ab, daher kann man wenn die einfachen Hausmittel keine Wirkung zeigen, dann immer noch härtere Geschütze auffahren, oder?

  5. Vidox 26. September 2008 um 11:25

    Interessanter Bericht!

    Ich habe seit einigen Monaten (scheinbar) einen allergischen Schnupfen. Meinen HNO habe ich kürzlich auf Rotlichbehandlung angesprochen. Er meinte jedoch, dass würde nix bringen.
    Ich werde es jetzt trotzdem ausprobieren.

  6. Ben 10. April 2016 um 07:20

    Schade, dass solche Studien nie weiter verfolgt werden. Dabei hilft Rotlicht gegen so viel. Wie Molly schon oben schrieb, sind solche unabhängigen Studien viel zu selten. :-/

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