Smog in Peking, Rekord erneut gebrochen

Atemschutzmaske gegen Feinstaub

Maske und Luftreiniger, Schutz vor Luftverschmutzung

Es ist Mitte Oktober, in Peking wird der Rekord für Luftverschmutzung für das Jahr bereits gebrochen. Wer es ermöglichen kann, trägt eine Atemschutzmaske, um sich draussen zu schützen und hat einen Luftreiniger für Zuhause und Büro. Die Feinstaubwerte lagen in den vergangenen fünfzig Stunden 215-fach über Grenzwert. Ein trauriger Rekord, doch für die Menschen in Peking und in anderen chinesischen Großstädten ist das Leben mit dem Smog und extremer Feinstaubbelastung Normalität. Greenpeace Aktivisten projizierten die Aufforderung: „Blauer Himmel, jetzt!“ auf den Drum Tower, dem Wahrzeichen der Stadt. Auf strahlend blauen Himmel und Luft, die man ohne Schmerzen atmen kann, werden die Bewohner der Millionenstadt Beijing die Wintermonate über jedoch verzichten müssen.

Atemschutzmasken und Luftreiniger
Eine „Haze Squad“ Delegation der Umweltorganisation Greenpeace hatte die zwei größten Krankenhäuser der Stadt aufgesucht und die Feinstaubbelastung in den Kliniken gemessen. Die Umweltaktivisten trugen tragbare Partikelzähler um den Hals. Sie stellten fest, dass die Feinstaubwerte 16-mal über den Richtwerten der WHO lagen. Diese liegen bei 2,5 PM pro Kubikmeter Luft.

Die Umweltschützer fordern, dass Atemschutzmasken verteilt werden an Kinder, Schwangere und Menschen mit Asthma und Atemwegsbeschwerden. Damit würden diese empfindlichen Personengruppen vor unmittelbarer Gesundheitsgefahr durch den Feinstaub besser geschützt. Aber eigentlich müsste sich jeder, um sich gegen die extreme Luftverschmutzung in Peking zu schützen, eine Atemschutzmaske FFP2 tragen. Wenigstens in Schulen und Kindergärten sollten HEPA Luftreiniger Pflicht werden, damit die Kinder zumindest einige Stunden am Tag saubere Luft atmen können.

Löst Feinstaubwert in Beijing „Alarmstufe Rot“ aus?
Wenn die höchste Smogstufe erreicht ist, muss die Regierung Alarmstufe Rot ausrufen, was weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Der Verkehr in der Millionenstadt wird dadurch weitgehend lahmgelegt. Die Hälfte der Autos müssen stehen bleiben. Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Arbeiter erhalten flexible Arbeitszeit. Industriebetriebe stehen still. Die materiellen Auswirkungen sind enorm, das will man vermeiden.

Smog und Feinstaub schädigt die Gesundheit nachhaltig
NASA Satellitenphotos zeigen das Ausmass des Smog in Peking anschaulich. Es ist eine graue, toxische Suppe, die man auf den Photos aus dem Weltraum erkennen kann. Trotz alledem und der bekannten Gesundheitsgefahr, bleiben die Menschen in der Stadt gelassen. Für die Bewohner ist Luftverschmutzung nichts Ungewöhnliches. Das Umweltproblem besteht seit Jahren und nimmt an Ausmass zu, woran der Einzelne nichts ändern kann. Toxische Luft ist Alltag.

Luftverschmutzung, Gesundheitsgefahr für jeden
Die Menschen in der Hauptstadt Chinas gehen trotz Smog ihren normalen Beschäftigungen nach, sie fahren zur Arbeit, betreiben sogar Sport und joggen in Parks. All das, während die von der WHO festgesetzten Grenzwerte für Feinstaub wieder einmal überschritten werden. Eigentlich sollten die Werte zumindest unter 2,5 PM pro Kubikmeter Luft über einen Zeitraum von 24 Stunden liegen. Ist die Luft noch stärker mit Feinstaub verschmutzt, droht unmittelbare Gesundheitsgefahr.

Mitte Oktober 2014 war Spitzenfussballer Lionel Messi in der Stadt, auch er nahm den Smog und die gesundheitsgefährliche Feinstaubbelastung gelassen. Aus Zeitungsberichten war zu erfahren, dass der Fußballstar trotz der extremen Luftverschmutzung auf einem Fussballplatz in Peking trainierte.

Es drängt sich einem die Frage auf, ob die Gesundheitsgefahren durch den Smog unterschätzt werden. Trotz, dass wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Feinstaubbelastung und hohe Schadstoffbelastung unmittelbare Folgen für die Gesundheit haben. Ob Resignation vor der Umweltsituation der Grund ist? Jeder von uns muss atmen. Den Smog kann keiner umgehen, obwohl saubere Luft zum Atmen globales Grundrecht sein sollte.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. Oktober 2014


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