Chlor im Schwimmbad kann die Gesundheit ruinieren und Krebs verursachen

Schwimmbad-kl.-Junge

Experten fordern alternative Desinfektion von Schwimmbädern

Hallenbäder in Städten galten einst als Statussymbol. Jetzt macht eines nach dem anderen zu. Die Kosten für den Unterhalt von Schwimmbädern sind enorm. Es gibt aber noch einen weiteren Faktor, der zwar nicht in den Vordergrund gerück wird, aber sicher eine Rolle spielt. Chlor – die Chemikalie wird zur Desinfektion dem Wasser zugesetzt. Chlor ist effektiv und günstig, aber es ist toxisch und hat die Gesundheit von vielen Bademeistern und Vielschwimmern zerstört. In mancher Stadt kam es zu Personalmangel im Hallenbad, weil ein Bademeister nach dem anderen an Krebs verstarb.

Eine aktuelle Meldung über die Gesundheitsgefahren durch Chlor in Schwimmbädern:

Das Schwimmen im gechlorten Hallen- oder Freibad kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Manolis Kogevinas vom Center for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona. Die Forscher haben in gechlorten Pools mehr als 100 chemische Zwischenprodukte identifizieren können. Sie raten nicht davon ab, in Pools zu schwimmen, sondern wollen Veränderungen in Sachen Bäderhygiene erreichen und fordern Schwimmer dazu auf, sich vor dem Bad gründlich mit Seife zu waschen.

„Chlor ist ein hochaktiver Mikrobenkiller und reagiert mit einer Vielzahl von organischen Substanzen. Dazu gehören auch Hautschuppen, Schweiß und Urin“, erklärt der Bäderspezialist Rudolf Wagner von der Wasserwerkstatt im pressetext-Interview. „Wenn man sich vor dem Bad duscht, verringert man diese Reaktionen um Zehnerpotenzen“, so Wagner. „Eine Alternative zu Chlor ist Ozon. Dieses Oxidationsmittel ist weit weniger stark und weniger reaktiv.“

Chlor: Hohe Reaktivität

Chlor ist zwar ein effektiver Bakterienkiller, doch warnen Wissenschaftler schon länger vor den negativen Folgen auf die menschliche Gesundheit. Das Team um Kogevinias konnte bei einer 50 köpfigen Probandengruppe feststellen, dass einige der Zwischenprodukte des Desinfektionsmittels giftig und nie vorher in Swimmingpools gefunden wurden.

Bei den Schwimmern wurden vor und nach einem 40-Minuten-Aufenthalt im Wasser Blut, Urin und Atemluft untersucht. Nach dem Aufenthalt wiesen die Testpersonen einige erhöhte Marker einer DNA-Schädigung auf, die in weiterer Folge zu Krebs führen können. Die chemischen Zwischenprodukte gelangen über Haut und Atemorgane in den Körper. Dennoch betonen die Forscher, dass es zu früh sei, von einer kurzfristigen Veränderung auf langfristige Gesundheitsprobleme zu schließen.

Vorhergehende Studien haben gezeigt, dass Rettungsschwimmer vermehrt unter Asthma, Atemproblemen, Allergien und HNO-Reizungen leiden.

Bei der Planung schon an die Gesundheit denken

Bei Neuplanungen und Renovierungen von Schwimmbädern sollte eine gefahrlose Desinfektion mit in den Vordergrund gerückt werden. Schwimmbadangestellte und Badegäste Chlor und seinen toxischen Abbauprodukten auszusetzen, ist aufgrund der Forschungsergebnisse der letzen Jahre schlichtweg nicht mehr akzeptabel. Selbst wenn Experten zu weiterer Forschung aufrufen, bedeuet dies nicht, dass es hinnehmbar ist, dass Angestellte und Nutzer von Bädern weiterhin gesundheitlich Risiken ausgesetzt werden die umgehbar sind.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 15. September 2010

Literatur: PT Austria, Chlor im Pool: Ziemlich ungesunde Mischung, pte/14.09.2010


Ein Kommentar zu “Chlor im Schwimmbad kann die Gesundheit ruinieren und Krebs verursachen”

  1. Hanna 27. November 2012 um 11:15

    Mir sind vier Alternativen bekannt: Aktivsauerstoff, Ozon, Brom und die Einrichtung einer Bio-Filterzone. Allerdings meist nur für den häuslichen Einsatz. Mir ist leider kein öffentliches Schwimmbad bekannt, was komplett auf Chlor als Zusatz verzichtet.

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